Historie

Spreelofts-(1-von-133)

Das Fabrikgelände

Lederwalkmühle, Ölpresse, Getreidespeicher, Karosseriehersteller, Druckerei – das Spreeloft blickt auf eine spannende Geschichte mit vielseitiger Nutzung durch die jeweiligen Eigentümer zurück. Heute bietet das Gelände Wohnungen und Gewerberäume – der alte Farbrikcharme ist jedoch überall noch erhalten geblieben und macht das Spreeloft zu einem unverwechlsebaren Standort.

1838 legte der Fabrikant Eduard Bohne in dem Dreieck zwischen Spreebogen, dem Charlottenburger Verbindungskanal und der heutigen Kaiserin-Augusta-Allee eine Lederwalkmühle und eine Ölpresse an. Die Grundstücke in der heutigen Kaiserin-Augusta-Allee Nr. 101-106 führten den amtlichen Namen „Bohneshof”. 1906 gelingt der Verkauf der Liegenschaft an den Berliner Geschäftsmann Carl Donner, der dort die Getreidespeicher errichtet. Im Jahre 1910 bezog zudem der deutsche Karosseriehersteller Alexis Kellner das Grundstück an der Spree.  

Von 1923 bis 1967 gehörte das Grundstück der Knorr Nährmittelfabrik, die die Mühle als Nahrungsmittel-Lagerhaus nutzte. Danach zog das Druckhaus Norden auf das Gelände, die Druckerei der ostdeutschen Staatspartei SED. Dreimal wöchentlich wurde hier die Zeitung „Die Wahrheit“ produziert, die die Anhänger in Westdeutschland mit Informationen versorgte. Mit dem Niedergang der DDR war jedoch auch das Ende des Druckhauses besiegelt. 

Seit 2011 ist das Spreeloft in Berlin-Moabit Teil des Immobilienportfolios der EB GROUP. Der Bebauungsplan des Bezirksamtes Mitte sah ursprünglich vor, die ehemaligen Fabrikgebäude abzureißen. Dank dem Erwerb durch die EB GROUP konnte der charmante Fabrikcharakter erhalten bleiben, der Firmen aus den unterschiedlichsten Branchen angezogen hat: Von IT-Unternehmen über Druck- und Medienhäuser bis hin zu Stadtplanern oder Inneneinrichtern profitieren die Gewerbemieter heute von der zentralen Lage und der Einzigartigkeit des Geländes. 

Der Stadtteil Moabit

Die Herkunft des Namens Moabit führt wahrscheinlich auf die aus Frankreich geflüchteten Hugenotten zurück: Vom preußischen König Friedrich Wilhelm I. auf dem Gebiet des heutigen Moabit angesiedelt, nannten sie ihren neuen Wohnsitz „Terre de Moab” – nach dem Land der Moabiter, in das die Israeliten nach ihrer Vertreibung aus Ägypten einwanderten.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wichen Industriebetriebe, die in Berlin keine Grundstücke mehr fanden, nach Moabit aus. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchs die Besiedlung in Moabit immer stärker. 1861 kam es zur Eingemeindung nach Berlin, die besiedelte Fläche nahm zu und der Neubau von Mietskasernen verdrängte viele Großindustrien. So wurde aus dem ehemaligen Produktionsgebiet ein traditioneller Arbeiterbezirk. Das Viertel rund um das heutige Spreeloft-Areal hieß zu dieser Zeit Martiniquenfelde, die Kaiserin-Augusta-Allee trug den Namen „Auf dem Martiniquenfelde”. Der Name leitete sich von einer Schankwirtschaft ab, die unter der Bezeichnung „Beim kleinen Martinchen”, niederdeutsch Martineken, bekannt war.

Im Zweiten Weltkrieg wurden etwa zwei Drittel der Moabiter Gebäude zerstört und nie wieder in ihrer ursprünglichen Dichte aufgebaut. Im Laufe der Zeit wurden die Fabriken durch Ateliers, Werkstädten und Geschäfte ersetzt. Das traditionelle Arbeiterviertel, in dem heute rund 70.000 Menschen leben, hat sich zu einem Anlaufpunkt für Kunst und Kultur entwickelt.